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Herforder Vision
 
Dekanatswallfahrt vom 15. September 2013
 
 



                     



Herzliche Einladung zur Wallfahrt nach Herford
- dem ältesten Marienvisionsort
nördlich der Alpen

Wir laden Sie ein      

Wer zur Wallfahrt nach Herford kommt, befindet sich an dem ältesten Wallfahrtsort mit einer Marienvision nördlich der Alpen.

Geht schon die Gründung der Stadt auf eine Marienerscheinung zurück, so hat die Herforder Marienvision ihren Ursprung in einer Erscheinung auf dem Luttenberg bei Herford. In einem Bericht aus dem 10. Jahrhundert heißt es, Maria habe einem Bettler den Auftrag erteilt, die Stiftsdamen in der Reichsabtei Herford zur Umkehr in ihrer Verweltlichung aufzufordern.

"Wenn ihr euch so fleißig um die Besserung des klösterlichen Lebens sorgt, wie um die der Mauern, werde ich meinen Sitz bei euch wieder einnehmen und für meine Verehrer bei meinem geliebten Sohn und Herrn immer Fürsprecherin sein. Füge auch hinzu, daß die Äbtissin ein Gedenken meines Namens an diesem Ort einrichten soll, den ich ganz besonders erwählt habe für die Bitten der Christen und aller, die zum Gedenken meines Erscheinens hier Hilfe in ihren Ängsten erflehn."

Im Jahre 1011 wurde von Bischof Meinwerk von Paderborn die Wallfahrtskirche Stift Berg eingeweiht. Jahrhundertelang bis zur Reformation kamen Pilger in großer Zahl nach Herford. Der Festtag der Herforder Vision ist am 18. Juni. in der evangelischen Kirche Stift Berg erinnert bis heute vieles - sogar noch ein Baumstamm - an die Marienerscheinung aus dem zehnten Jahrhundert.

Organisatorisches

Wir sind ein bescheidener Wallfahrtsort in der ostwestfälischen Diaspora. Seit etwa fünfzig Jahren kommen wieder Wallfahrten nach Herford. Jede Gruppe wird von uns persönlich betreut. Wir sprechen die Gestaltung mit jeder Gruppe individuell ab.

Mögliche Elemente der Absprache:

  • ein halber oder ein ganzer Tag, wenn möglich am Dienstag oder Mittwoch
  • wird die hl. Messe von Ihnen oder uns vorbereitet?
  • Andacht in der Pfarrkirche oder vor der kath. Wallfahrtskapelle
  • Diavortrag über die Geschichte der Herforder Marienvision
  • Gang zum Luttenberg (Visionsort)
  • Besuch der heute evangelischen Wallfahrtskirche Stift Berg
  • Bewirtung durch die Damen der Caritaskonferenz unserer Gemeinde
  • in der Regel Begleitung während des Tages durch uns.

Weitere Wallfahrtsunterlagen für Interessenten:

  • Visionsbericht
  • Stadtplan
  • Checkliste
  • Infos
  • Plakat

Kontaktadresse:

Kath. Kirchengemeinde St. Johannes Baptist
Komturstraße 4a
D- 32052 Herford
Telefon 05221-92 596 0
Fax      05221-92 596 114

Impressionen

 
  Wallfahrtskapelle Maria Rast Ingrid Mertens "Vision" Luttenberg
 
  Chorabschluss 
Marienkirche Stift Berg
Gnadenbild Altaraufsatz mit 
Baumreliquie

Die Herforder Marienvision

Die Stadt Herford hat ihren Ursprung in der Gründung eines Damenstiftes im Jahre 789 durch den sächsischen Adeligen Walter. Dies geschah auf Weisung Mariens. 135 Jahre später durchzogen die Ungarn, damals noch ein halbwildes Volk, plündernd und mordend Deutschland. Im Jahre 926 überfielen sie auch das Ravensberger Land und verwüsteten dort den inzwischen aufblühenden Ort Herford mit seinem Damenstift. Als dann bald nach Abzug der wilden Horden die Klosterfrauen mit dem Wiederaufbau ihrer Gebäude beschäftigt waren, erwies sich Maria erneut als Wegweiserin in eine bessere Zukunft durch das für das geistige und religiöse Leben der Stadt wohl bedeutendste Ereignis: durch ihre Erscheinung - ihre Vision- auf dem Luttenberg in Herford.

Diese Herforder Vision geschah nicht, wie sehr lange angenommen wurde, erst im Jahre 1011, sondern bereits bald nach der Zerstörung Herfords durch die Ungarn, in den Jahren zwischen 930 und 950. Professor Honselmann aus Paderborn hat das durch den von ihm aufgefundenen und 1982 veröffentlichten ältesten Visionsbericht, der in der Mitte des 10. Jahrhunderts verfaßt wurde, nachgewiesen. Dieser Bericht wird im Folgenden zitiert bzw. inhaltlich wiedergegeben.

Zum Festtag der hl. Gervasius und Protasius (19. Juni) machte sich ein "armer und körperlich schwacher Mann" auf den Weg zum Damenstift, um dort ein Almosen zu erbitten. Beim Gang durch den dichten Wald stand plötzlich vor ihm die ,,Himmelskönigin in herrlichem Glanze". Der Arme erschrak und stürzte, fassungslos durch die Fülle des Lichtes", zu Boden. Die Erschienene berührt ihn, richtet ihn auf und sagt:

"Fürchte dich nicht, habe Mut und fasse Hoffnung auf das Heil. Ich werde Maria genannt, Mutter Gottes, des Heilandes Jesu Christi... Und ich erscheine dir, um dir meine Sendung zu diesem Kloster anzukündigen, das zur Ehre meines Namens wieder aufgebaut wird. .. Geh und sage der Äbtissin des Herforder Klosters, wenn sie so fleißig sich um die Besserung des klösterlichen Lebens sorgt, wie um die der Mauern, und den Eifer, den sie auf die äußeren Gebäude verwendet, auch auf das Innere zu richten versucht, werde ich meinen Sitz wieder einnehmen und für meine Verehrer bei meinem geliebten Sohn und Herrn immer Fürsprecherin sein. Füge auch hinzu, daß die Äbtissin ein Gedenken meines Namens an diesem Ort einrichten soll, den ich ganz besonders erwählt habe für die Bitten der Christen und aller, die zum Gedenken meines Erscheinens hier Hilfe in ihren Ängsten erflehen".

Der Bettler hat sich unterdessen wieder gefangen und antwortet der Gottesmutter: "Wer wird jemals meinen Worten Glauben schenken, der ich schwach, nackt und verworfen bin, wenn du mir nicht ein Zeichen gibst, dem sie glauben mögen! Mir Armen wird niemand glauben. Viel sicherer kann ich von den Zuhörern Schläge und Quälereien erwarten, wenn ich diese deine heilbringenden Worte verkündigen beginne. Maria antwortet ihm, er werde bei diesen ,,Schlägen und Quälereien" unverletzt und unversehrt bleiben. Aber das genügt dem Bettler nicht. Er bittet um ein zweites Zeichen; "denn denen, die nicht glauben wollen, genügt selten ein einziges Zeichen". Die Gottesmutter, hier als "Mutter der Barmherzigkeit" bezeichnet, fügt ein zweites Zeichen hinzu: ,,Schneide einen Ast ab und mache daraus ein Kreuz, und wenn ich nicht mehr da bin, stecke das Kreuz dorthin, wo meine Füße gestanden haben. Wenn sie dir nicht glauben wollen, sollen sie zu diesem Ort kommen, und ich werde ihnen an diesem Ort in der Gestalt einer Taube erscheinen". Nach diesen Worten schied sie und verschwand sofort aus seinen Augen. "Der Bote der Jungfrau", so heißt es nun weiter in dem Bericht, "formt aus einem Ast ein Kreuz und steckt es dort in die Erde, wo, wie er erkannte, die Füße der seligen Jungfrau gestanden hatten". Er eilt zum Kloster und überbringt der Abtissin die Botschaft der Gottesmutter.

Der Bericht schildert sodann eingehend die Begegnung des Bettlers mit den Klosterfrauen; weiterhin, wie man den Bettler einer Wasser- und Feuerprobe unterzog, die er unverletzt überstand. Auf Veranlassung der Äbtissin kamen dann Geistliche aus benachbarten Klöstern "und andere kluge und religiöse Leute" zusammen, um "darüber den Herrn zu befragen durch inständige Gebete, Fasten und Almosen". Erst danach - und nicht in Sensationslust direkt nach Empfang der Botschaft - zog man "in feierlicher Prozession zum Berg hinan. Voraus schritt der genannte Bote und zeigte mit dem Finger auf die Stelle, wo er das Kreuz eingelassen hatte. Als sie in großer Andacht und Demut zum vorgenannten Ort kamen, fanden sie es so, wie es ihnen angesagt war. Und sie sahen eine Taube auf dem Kreuzeszeichen sitzen, die bei. ihrer Ankunft vor ihren Augen wegflog. Als alle, die ankamen das sahen, fielen sie voll Staunen und Verwunderung auf ihr Angesicht nieder, lobten und priesen den Herrn Jesus Christus und seine unter allen Frauen gebenedeite Mutter, die Jungfrau Maria, für alles das, was sie gesehen und gehört hatten. Von da an verehrten sie in jährlichen Festen den Ort, an dem die heiligsten Füße der seligsten Jungfrau, wie man sah, gestanden hatten". Bald danach wurde hier eine Kirche zu Ehren des HI. Kreuzes und "zum Gedenken ihres Namens", wie Maria es gewünscht hatte, errichtet.

Im Jahre 1011 hat Bischof Meinwerk aus Paderborn die Kirche eingeweiht. Neben der Kirche entstand das "Kloster auf dem Berge". Von nah und fern zogen in den darauffolgenden Jahrhunderten Einzelpilger und Prozessionen mit ihren Anliegen zur Erscheinungsstätte auf dem Luttenberg. Herford wurde zum ersten und damit ältesten Marienwallfahrtsort im Erzbistum Paderborn. Im Umbruch der Reformation des 16. Jahrhunderts, der sich auch der größte Teil der Herforder Bevölkerung anschloß, hörten zwar die Wallfahrten zum Luttenberg auf, aber die Erinnerung an die Vision ging nicht verloren. Ganz Herford feiert alljährlich am altüberlieferten Erscheinungstag Mariens, dem 18. Juni - also am Vortag des Festes der hl. Gervasius und Protasius - Vision ! Die herrliche Marienkirche am Erscheinungsort, Nachfolgerin eines älteren Gotteshauses, trägt ja auch heute noch den Namen der Gottesmutter. Sie ist seit der Reformationszeit Pfarrkirche der evang. luth. Mariengemeinde. In dem kunstgeschichtlich einmaligen Altaraufbau in dieser Kirche befindet sich auch heute noch unangetastet und für jedermann sichtbar, der Baumstumpf, auf dem nach alter Überlieferung der Bettler das Kreuz befestigte. Im Bereich der Marienkirche gibt es einen Marienfriedhof, eine Marienstraße und eine Visionsstraße. In der kath. Pfarrgemeinde St. Johannes- Baptist ging die Erinnerung an die Vision nie verloren. Auf dem gleichen Höhenzug mit dem Luttenberg - dem Erscheinungsort - befindet sich auch der Langenberg, mit dem kath. Bernhard-Heising-Haus (Einrichtung für Kinder und Jugendliche) und dem Altenwohn- und Pflegeheim "Maria Rast".

In der Stunde der Landung Papst Johannes Paul II. zu seinem ersten Deutschlandbesuch, am 15. November 1980 in Köln, wurde zum Gedenken an die Herforder Marienvision von Pfarrer Ludwig Jüngst (1910 - 1991) der Grundstein zu einer Marienkapelle auf dem Gelände des Altenwohnheimes gelegt. Seiner Initiative ist wesentlich der Bau der Marienkapelle Maria Rast durch die kath. Pfarrgemeinde zu verdanken. Erzbischof Dr. Johannes- Joachim Degenhardt hat diese Kapelle und das in ihr aufgestellte Marienbild - ein Werk des Florentiner Bildhauers Prof. Senonner - am 12. September 1981 geweiht. Die Herforder Katholiken verehren die Gottesmutter in dieser Wallfahrtskapelle besonders unter dem Titel Maria - Wegweiserin Maria: Wegweiserin zum Kreuz; Wegweiserin zu ihrem Sohn, unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus; Wegweiserin zur Besinnung und Erneuerung.

 

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  Stand: 11 February, 2016  
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