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Johannes der Täufer
 

Liebe Schwestern und Brüder im Pastoralverbund,

nachdem wir im Evangelium des Sonntags zuvor noch vom Wirken Johannes des Täufers gehört haben, tritt Jesus in demjenigen des
3. Sonntags im Jahreskreis selbst auf den Plan. Er setzt das Wirken des Täufers fort, allerdings auf seine Weise und mit dem ihm eigenen Anspruch. Seine Verkündigung macht deutlich: Das Zuwarten und Geduldhaben war nicht umsonst, denn das Reich Gottes ist nahe. In Jesu Person war es seinen Zeitgenossen sogar greifbar nahe.

Uns hingegen scheint dieses „Reich Gottes“ oft eher fernzuliegen, denn wenn wir einmal ehrlich sind, so müssen wir doch zugeben, dass „Reich“ und „Herrschaft“ eigentlich Begriffe aus fernen Zeiten zu sein scheinen. Sie sprechen nämlich von oben und unten, von Machthabern und Untergebenen und eben nicht von Gleichberechtigung und Partnerschaft. Und so laufen wir oft Gefahr, unser Wissen und unsere

 



Erfahrungen von „weltlichen“ Reichen auch auf das „göttliche Reich“ zu übertragen.
Doch das Reich Gottes unterscheidet sich von all den von Menschen errichteten Reichen vor allem darin, dass Gott in diesem Reich nicht Macht über uns gewinnen will, um uns zu unterdrücken, sondern um uns vielmehr zur Erfüllung zur bringen. Denn sein Reich versteht sich als ein Mit-Sein mit uns Menschen.
Aber worin kann uns nun dieses „Reich“ tagtäglich begegnen und wo können wir das uns bereitete Reich in Besitz nehmen? Nun, das ist zum einen sicher das Wort der Heiligen Schrift, das von diesem Reich kündet. Das sind zum anderen aber auch die Menschen, die uns auf irgendeine Weise brauchen und unsere Zeit und Kraft in Anspruch nehmen. Es sind die Menschen, die unser hörendes Ohr, unser sehendes Auge und unsere helfende Hand brauchen und für die unser Da-Sein noch mehr als Tun so wichtig ist.

Ihr Marcus Böhne, Pastor

 

 

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  Stand: 19 Januar, 2012  
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